Safari im Okavango Delta - Tiere, Naturschutz & Erfahrungen

Das Okavango Delta in Botswana – 
Ein Garten Eden in der Wüste

Ein Fluss, der in die Wüste fließt und dort versickert. Das klingt im ersten Augenblick verrückt. Normalerweise enden Flüsse im Meer. Anders sieht es im Norden Botswanas aus: Denn dort fließt der Okavangofluss, der in Angola entspringt, in die Kalahari. 

Wo also eigentlich Staub und Trockenheit herrschen müssten, hat das Wasser des Okavango vor Zehntausenden Jahren die Wüste in ein Mosaik aus Lagunen, Wasserkanälen und Inseln verwandelt. Das entstandene Okavango Delta ist ein Naturparadies und Lebensgrundlage für Tausende Tiere. Durch die Wasserläufe ziehen Elefantenherden, Löwenrudel und Büffel. Der Anblick von oben auf dieses riesige Gebiet ist überwältigend. 

Für mich ist das Okavango Delta einer der wildesten und atemberaubendsten Orte, an denen ich jemals war. Im Delta leben unzählige Tiere und Tierarten und die Natur ist unfassbar schön. Nicht umsonst ist das Okavango Delta UNESCO-Weltnaturerbe. Und: Mit etwa 16.000 Quadratkilometern ist es das größte Binnendelta auf der Welt.

Safari im Okavango Delta – einsam und nachhaltig reisen

Eines der besten Dinge am Okavango Delta ist die Tatsache, dass man dort nicht auf viele andere Menschen trifft. Das Gebiet ist noch relativ unberührt und deutlich weniger touristisch als viele andere Regionen Afrikas. Das liegt vor allem daran, dass der Tourismus stark reguliert ist. 

Große Teile des Deltas sind streng geschützt. Es gibt limitierte Konzessionen, kaum Straßen und keine große Zahl an Unterkünften. Viele Unterkünfte sind nur per Flugzeug erreichbar. 

Wenn man ins Okavango Delta reist, muss man etwas tiefer in die Tasche greifen. Aber es lohnt sich, denn die Kombination aus unberührter Wildnis und relativer Einsamkeit ist eigentlich unbezahlbar. Und ein regulierter Tourismus kommt vor allem auch Tieren und Natur zugute. 

Eine Safari im Okavango Delta ist atemberaubend. Ich habe schon viele Regionen in Afrika bereist, aber wenige haben mich so umgehauen wie das Delta. Während viele Gebiete zum Beispiel in Ostafrika von weiten Savannenlandschaften geprägt sind, findet man im Delta überall Wasserläufe, Schilf, Palmeninseln und dichtere Vegetation. Das verändert auch die Art der Tierbeobachtung. Durch die Vegetation leben dort ungewöhnlich viele Tierarten in einem begrenzten Lebensraum. Elefanten, Flusspferde, Löwen, Wildhunde, Antilopen, Reptilien und Hunderte Vogelarten.

Okavango Delta Botswana: Eine Zebraherde grast im Sonnenaufgang

Innerhalb des Deltagebietes gibt es verschiedene Schutzgebiete, Reservate und private Konzessionen. Das wohl größte und bekannteste ist das Moremi Game Reserve. Es umfasst einen großen Teil des östlichen Deltas und macht etwa ein Drittel der Gesamtfläche aus. Im Nordosten geht Moremi in den Chobe Nationalpark über, was den Tieren ermöglicht, sich frei bewegen zu können. Neben dem Moremi Reservat gibt es viele private Konzessionen. Diese sind im Gegensatz zu Moremi aber nicht direkt öffentlich zugänglich. Um ins Okavango Delta zu kommen, startet man übrigens meist in der Stadt Maun – eine kleine süße Stadt, die einen eigenen Flughafen hat.

Mit dem Mokoro durchs Delta

Die beste Art, sich im Okavango Delta fortzubewegen, ist das Mokoro. Mokoros sind Einbaumboote. Früher wurden sie aus Baumstämmen gefertigt, heute meist aus leichtem Fiberglas – der Stil und die Technik sind aber gleich geblieben.

Das Boot wird nicht gerudert, sondern stehend mit einer langen Stange durch die Wasserkanäle und überfluteten Ebenen geschoben. Man bewegt sich lautlos voran und gleitet knapp über dem Wasser, oft auf Augenhöhe mit Seerosen, Fröschen oder Libellen. 

Mit dem Mokoro erreicht man Orte, an die man mit dem Auto gar nicht käme und nimmt die Umgebung aus einer ganz anderen Perspektive wahr. Mokoros sind zudem eine nachhaltige Art, sich im Delta fortzubewegen: Sie sind geräuschlos, hinterlassen keine Spuren und verschmutzen nichts. 

Blick von oben auf die Wasserläufe des Okavango Deltas

Das Okavango Delta von oben

Eine meiner tollsten Erfahrungen war ein Helikopterflug über das Delta. Von oben ist mir noch mal sehr bewusst geworden, welche Bedeutung Wasser hat. Und von dort erahnt man auch erst, wie riesig das Delta eigentlich ist.

Wir haben Flusspferde, Krokodile, Giraffen, Büffel und Elefanten gesehen. Die Tiere waren um die Wasserläufe verteilt, um zu grasen oder zu trinken.

Ich hatte zwar Angst, dass mein Handy aus dem Helikopter fällt, weil es keine Türen gab, aber dieser Flug war eins der aufregendsten Dinge, die ich je erlebt habe. Je nachdem, wo genau man im Delta übernachtet, muss man übrigens sowieso per Flugzeug dorthin reisen. 

Die beste Reisezeit für das Okavango Delta

Im Okavango Delta bestimmt das Wasser den Rhythmus des Lebens. Das Delta besteht aus verschiedenen Hauptarmen und Nebenflüssen des Okavango und hat – je nach Jahreszeit – eine unterschiedliche Ausdehnung. Es gibt permanente Feuchtgebiete und temporäre Überschwemmungsebenen. 

Das Delta hat die höchste Ausdehnung, wenn die Trockenzeit ihren Höhepunkt erreicht hat. Wann genau und wie weit sich das Delta ausbreitet, hängt mit der Intensität der Regenzeit in Angola zusammen. Dort wird der Okavango gespeist und je stärker die Regenzeit ausfällt, desto mehr Wasser fließt in Richtung Delta. 

Die Flut setzt meistens im Mai ein und erreicht den Höchststand zwischen Juli und August. Für Tiere und Natur ist das enorm wichtig, da es in diesen Monaten dann quasi nicht mehr regnet und sie auf das Wasser im Delta angewiesen sind. Die umliegenden Regionen sind zu dieser Zeit extrem trocken. 

Die Trockenzeit (ca. April bis Oktober) eignet sich auch sehr gut, um zu reisen, denn die Tiere konzentrieren sich an den Wasserstellen. Gleichzeitig ist der Blick aufs Delta von oben am beeindruckendsten. Aber auch die Regenzeit zwischen etwa November und April hat viele Vorteile: Die Landschaft ist wunderschön grün, es gibt frisches Gras. Viele Tiere bringen ihre Jungtiere zur Welt. In der Regenzeit sind Reisen auch immer etwas günstiger. Zusammenfassend würde ich sagen – und das gilt auch für andere Orte – dass es nicht die eine perfekte Reisezeit gibt, weil jeder Monat auf gewisse Art besonders ist.

Im Okavango Delta versteht man einmal mehr, wie in der Natur alles auf perfekte Weise miteinander verbunden ist. Das Delta hat einen besonderen Platz in meinem Herzen und ich würde immer wieder hinreisen. 

Im Podcast habe ich übrigens auch ausführlich über das Okavango Delta und andere, spannende Regionen in Botswana gesprochen.

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